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Aktuelles Newsbeiträge

14.12.2021

Coronapandemie verursacht 2020 rekordhohes Defizit bei Pflegeheimen

Die Covid-19-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf die Finanzlage der Alterszentren und Pflegeheime in der Schweiz.

Die vom Bundesamt für Statistik BFS publizierten Zahlen zeigen, dass die Pflegeheime das Jahr 2020 mit einem rekordhohen Defizit von 400 Millionen Franken abschlossen. Lediglich ein Drittel dieses Defizits wurde von der öffentlichen Hand und von privaten Fonds getragen. Der Anteil von defizitären Einrichtungen erhöhte sich im letzten Jahr auf 49 Prozent.

Weniger Eintritte

Zudem traten insgesamt 3 Prozent weniger Personen in ein Alterszentrum ein. Die Zahl der Kurzaufenthalte sank sogar um 18 Prozent. Die Abnahme war im letzten Frühling am stärksten und setzte sich bis zum Jahresende fort.

Übersterblichkeit

Daneben zeigt der Bericht des BFS, dass im Jahr 2020 in den Alterszentren und Pflegeheimen eine hohe Übersterblichkeit verzeichnet wurde. Diese Übersterblichkeit sowie die von den Behörden beschlossenen Schutzmassnahmen führten zu einem Rückgang der Bettenauslastung und belasteten das Pflegepersonal. Im Bericht wird ersichtlich, dass es zwei Perioden von Übersterblichkeit gab:

  • Von Mitte März bis April 2020: In diesem Zeitraum lag die Sterblichkeit 32 Prozent über den Durchschnittswerten von 2018-2019, entspricht rund 1'000 Todesfällen. 
  • Von Mitte Oktober bis Ende 2020: Dort wurden 83 Prozent mehr Todesfälle oder anders gesagt, 4600 mehr Todesfälle als in den Jahren zuvor, registriert. 

Belegung pro Woche und Bettenauslastung

Obwohl die Neueintritte nur leicht zurückgingen, zumindest für Langzeitaufenthalte, hatte die ungewöhnlich hohe Sterberate eine Verringerung des Belegungsgrads der Institutionen zur Folge. Ende letzten Jahres wohnten 87'000 Personen in einem Schweizer Pflegeheim, das sind knapp 6'000 weniger als Ende 2019. Zudem waren die Pflegeheime zu Beginn des letzten Jahres noch zu rund 93 Prozent belegt, jedoch ging die Belegungsrate ab Mitte September kontinuierlich auf 88 Prozent zurück.

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