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Aktuelles Newsbeiträge

25.05.2020

Wegweiser für gute Betreuung im Alter

Sechs Stiftungen haben einen Wegweiser mit Begriffsklärungen und Leitlinien für gute Betreuung im Alter herausgegeben. 

Was ist unter «Betreuung» für ältere Menschen zu verstehen? Und wann ist diese Betreuung gut? Diese Fragen wurden bis heute kaum diskutiert. Mit dem Wegweiser bieten die herausgebenden Stiftungen einen Anstoss, um den Dialog dazu auf unterschiedlichen Ebenen zu führen. Die Basis bilden zwei Grundlagenpapiere, Dokumentenanalysen, Interviews mit Expertinnen und Experten, Dialogtreffen mit Betroffenen sowie Benchlearningtreffen. Die vorliegende Begriffsklärung und die Qualitätsmerkmale sollen Fachkreisen, Akteuren der Alterspolitik und Interessierten als Orientierungshilfe dienen.

Die Age-Stiftung, die Beisheim Stiftung, MBF Foundation, Migros-Kulturprozent, die Paul Schiller Stiftung, die Walder Stiftung (organisatorisch unterstützt von SwissFoundations) listen nach der Begriffserklärung sieben Leitlinien auf: 

  1. Gute Betreuung anerkennt die Menschenwürde und die Menschenrechte
  2. Gute Betreuung ist ganzheitlich.
  3. Gute Betreuung ist primär die Haltung: das "Wie" der Unterstützung.
  4. Gute Betreuung ist Beziehungsarbeit.
  5. Gute Betreuung stellt den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum.
  6. Gute Betreuung besitzt einen eigenen Zeitfaktor.
  7. Gute Betreuung ist eine gemeinschaftliche Arbeit. 

Zudem liefert der Bericht fünf Qualitätsmerkmale für die betriebliche Gestaltung: 

  1. Gute Betreuung im Alter braucht eine verbindliche strategische Ausrichtung.
  2. Gute Betreuung im Alter erfordert Personal mit einer geeigneten Ausbildung und entsprechenden fachlichen und persönlichen Kompetenzen. 
  3. Gute Betreuung im Alter muss Teil des betrieblichen Alltags sein.
  4. Gute Betreuung im Alter braucht eine Infrastruktur mit geeigneten Räumen und Rückzugsmöglichkeiten.
  5. Gute Betreuung im Alter ist als Ausdruck des betrieblichen Erfolgs und als gesellschaftliches Ziel zu verstehen. 

Der Wegweiser endet mit folgenden Worten: «Damit alle Menschen in Würde altern können, braucht die Betreuung einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert. Auch in den eigenen vier Wänden darf sie nicht Privatsache bleiben, um die sich die Angehörigen kümmern müssen. Betreuung sollte als Bestandteil des Service Public im Sozial- und Gesundheitswesen verstanden und in den Organisationen verankert werden. Der Handlungsbedarf ist benannt. Nun braucht es den vertieften Dialog zwischen Fachwelt, Politik, Wissenschaft und Bildung.» 

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